Tierschutzverein Wasgau e.V.

Tierfreunde helfen Nutztieren

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16 große Heuballen in gerade einmal einem Monat verdrückt - mein liebes Rind kann man da nur sagen ...

Eigentlich wollten wir mit dieser Heumenge acht Wochen überbrücken. Nun hat es gerade einmal für vier Wochen gereicht. Gut, es ist Herbst und der Bedarf in dieser Jahreszeit damit naturgemäß höher als im Sommer, wenn die Tiere viel frisches Gras vorfinden. Aber der hauptsächliche Mehrverbrauch ist wohl unserer Strategieänderung zuzuschreiben. Wir bieten allen Tieren ab sofort im Herbst und kalten Winter Raufutter rund um die Uhr an, also ohne die früher erzwungenen Futterpausen. Das füllt die Bäuche und leert die Raufen.

Die nächsten 18 Heuballen sind bereits bestellt und werden in der nächsten Woche angeliefert. Kosten pro Ballen zwischen 45 € und 35 € je nach Qualität. Da kann sich jeder schnell selbst ausrechnen, was das wohl kostet.

Leider bleibt das Spendenaufkommen weit hinter unseren Erwartungen zurück. Wenn sich das nicht bald ändert, gehen die Tiere einer unsicheren Zukunft entgegen. Sollte unser Lebenshof diese Entwicklung nicht überleben, müssten wir alle Tiere an andere Stellen vermitteln. Dann aber hätten wir keinen Einfluß mehr auf deren weitere Schicksale.

Dem wahren Tierschützer dreht sich bei diesem Gedanken der Magen um ...

Heuraufe2
           Aber nicht nur die Rinder haben guten Appetit ...
  (Die Pferde sind seit November nicht mehr auf dem Hof.)

Gestern Nachmittag erfolgte die Kastration unseres Schafbocks Clemens durch den Tierarzt Dr. Graebenteich aus Dahn.

Nach Sedierung und örtlicher Betäubung wurden dann die beiden Burdizzo-Zangen, welche den Samenstrang und alle Blut- und Lymphgefäße vom Hoden abklemmen, bei Clemens für zwei Minuten angelegt. Clemens zeigte keinerlei Anzeichen von Schmerz, was uns sehr erleichtert hat. Dr. Graebenteich hatte uns genau das zwar zuvor versichert, aber man weiß ja nie. Gelegentlich spielt die Natur auch schon mal verrückt.

Als Clemens nach einer Dreivierteltunde dann von alleine wieder aufstand, fiel uns endgültig ein Stein vom Herzen.

Clemens, wir wünschen dir für dein weiteres Leben alles erdenklich Gute, auch wenn du jetzt keine weiteren Nachkommen mehr zeugen kannst.

Während wir über die Behandlung von Clemens wachten, hatten wir Gelegenheit, mit Dr. Graebenteich ausführlich über das Fortbestehen des Lebenshofs zu sprechen. Dr. Graebenteich gab zu verstehen, dass er das Fortbestehen des Lebenshofes unter neuem Vorzeichen begrüßen würde. Aber auch eine angeschlossene Pflegestelle, in der misshandelte Tiere gesund gepflegt werden, sei für die Region Dahn sehr wichtig. Er gibt unserem ehrenamtlichen Engagement dann eine Chance, wenn es gelingt, den Lebenshof einschließlich angeschlossener Pflegestelle mit professionellem Anspruch zu betreiben. Das A und O sei, dass die Versorgung der Tiere auf mehreren Schultern ruhe und nicht nur auf der von Michael und Paul. Das sehen wir allerdings genauso und schließen für die Zukunft daher nicht aus, Tierpfleger in Teilzeit oder später auch in Vollzeit anzustellen.

Schlussendlich hat Dr. Graebenteich noch zwei weitere Tiere begutachtet. Die vermutete Mykose bei Paty war dann glücklicherweise doch keine; Die von uns bereits im Vorfeld angedachte Behandlung der suspekten Hautstelle mit Teebaumöl wurde bejaht. Odin bekam Augensalbe, da ein Auge eine leichte Reizung aufwies. Obwohl das Augenlid des betroffenen Auges eine alte Verletzung aufweist, sei das aber kein Grund zur Sorge, da beide Augenlider einen vollständigen Lidschluss zeigen. Entwurmung war auch ein Thema. In den nächsten Tagen liefern wir Dr. Graebenteich Kotproben ab, welche sodann von ihm auf Parasiten überprüft werden. Erst danach stellt sich die Frage der Entwurmung des gesamten Tierbestands.

Abschließend erfuhren wir von Dr. Graebenteich noch viel über die Pferdehaltung. Bei vielen Pferderassen seinen die frostigen Tage für ältere Pferde problematisch. Wenn sie zu kalt stehen, müssen sie zur Wärmegewinnung ihren Stoffwechsel ankurbeln. Damit steigt der Kalorienverbrauch deutlich, die Tiere müssen erheblich mehr Futter aufnehmen. Haben sie aber gleichzeitig einen schlechten Zahnstatus, was bei alten Pferden durchaus häufiger der Fall ist, dann können sie gar nicht mehr genug Heu aufnehmen, um ihren Energeibedarf zu decken. Sie magern über Winter deutlich ab, wenn man ihnen nicht hochkalorische Ergänzungsfutter anbietet. Es sei also wichtig, Pferde im Winter so im Stall unterzubringen, dass die Temperatur im Stall etwa 10 Grad Celsius über der Außentemperatur liegt. Das sei dann optimal für die Tiere. Heute ginge die Tendenz zum Offenstall. Das habe den Nachteil, dass die klassischen Offenställe keine solche Isolierung bieten. Die klassischen Pferdeboxen dagegen bieten zwar mehr Kälteschutz, schränken dafür aber die Bewegungsfreiheit der Pferde zu sehr ein, was man durch eine Offenstallhaltung ja gerade vermeiden will. Die Ideallösung kann von daher nur ein Offenstall mit innenliegenden abgetrennten wärmeisolierten Liegebereichen sein.

Lieber Herr Dr. Graebenteich, dass war ein super Einsatz, für den wir ihnen sehr danken! Wir zählen auf Sie ...

Es war Samstag und wieder war mächtig was los auf dem Lebenshof. Die ganze Schaf- und Ziegenschar schien in hellste Aufregung versetzt - Sven, der Schäfer, war eingetroffen und packte sein Handerkszeug für die Klauenpflege aus. Grund genug für viele Klauenträger, schnell das Weite zu suchen ...

Vorsorglich hatte Michael alle Tiere in den Stall eingesperrt. Das Gemeckere und Geblöke kann man sich gut vorstellen. Michael stand anschließend der Schweiß auf der Stirn. Aber 34 widerspenstige Gesellen müssen nun mal beherrscht werden. Sara, Astrid, Birgit, Paul und Rainer waren auch da, um sich das Geschehen aus nächster Nähe anzusehen und um zu helfen, wo immer sich dies anbot.

Die Pediküre und Maniküre lief dann erwartungsgemäß völlig problemlos ab. Sven beherrscht sein Handwerk vorzüglich. Wir sind ihm sehr dankbar, dass er so schnell Zeit für uns gefunden hat. Ganz nebenbei konnten wir viel Wertvolles über die Schaf- und Ziegenhaltung von ihm erfahren, da die Ziegen- und Schafzucht eine lange Tradition in seiner Familie hat. Sven ist ein netter Kerl und wir haben mit ihm vereinbart, dass er uns jetzt regelmäßig zweimal im Jahr zur Verfügung steht. Er ist sogar bereit, uns bei einem Problem eines einzelnen Tieres zu unterstützen und will selbst dafür auf den Hof kommen. Danke Sven!

Der Tag klang aus und die von uns so geschätzte bedächtige Ruhe kehrte auf den Hof zurück. Alle waren zufrieden.

Am Samstag war richtig was los auf dem Lebenshof Dahn - wir hatten wieder einen Arbeitseinsatz. Zum ersten Mal dabei war Sara, über deren Erscheinen wir uns riesig gefreut haben, nicht nur, weil sie tatkräftig mit angepackt hat, sondern weil sie sich als sehr umgänglich entpuppte, ganz so, als sei sie schon immer dabei gewesen. Sara, wir zählen auf Dich ...

Neben den üblichen Aufräumarbeiten haben wir die beiden Weidezelte, eins für die Rinder und ein weiteres für die Schafe und Ziegen, winterfest gemacht, sodass alle einen weichen, trockenen Liegeplatz in der rauhen Jahreszeit haben. Der Boden ist mit Paddockgittern ausgelegt, darüber kommt jetzt noch das Stroh. Das wird kuschelig!

Den Schafen und Ziegen steht zudem noch ein Holzstall zur Verfügung, der in den nächsten drei Wochen verstärkt und winterfest gemacht wird. Die Rinder sind selbst im Winter lieber im Freien, weshalb sich vor ihrem Weidezelt eine sehr große gleichfalls mit Paddockgittern ausgelegte Liegefläche befindet. Dort im Freien sind die Rinder zumindest vor Matsch und Nässe von unten geschützt.

Ohne unseren Traktor hätten wir die Weidezelte in aufgebautem Zustand gar nicht versetzen können. Auch die riesigen Heu- und Strohballen ließen sich ohne Traktor kaum bewegen. Trotz der Unterstützung durch den Traktor mussten alle beim Versetzen der Weidezelte mit anpacken. Danach gönnten wir uns eine Pause, in der wir für unser leibliches Wohl sorgten. 

Die Tiere rund um uns herum waren ständiger Grund zur Freude und verleiteten uns oft zum Schmunzeln. Rudi und Harry, die beiden kecken und aufdringlichen Ziegenböcke, verlangten indes unsere ganze Aufmerksamkeit. Bei einbrechender Dämmerung kamen wir dann zur Ruhe und konnte einen Ort des Friedens wahrnehmen.

Arbeit ist genug da. Wir werden also auch in Zukunft um solche Arbeitseinsätze nicht herumkommen und freuen uns über jeden, der mit anpacken möchte.

Mariechen
 Mariechen, die Dritte im Bunde, lutscht derweil an ihrem Salzstein

 

Unser 1. Vorsitzender sprach heute mit dem Geschäftsführer der Daniel-Theysohn-Stiftung und versicherte sich der weiteren Unterstützung durch die Stiftung.

Die Stiftung übernimmt wie schon bisher anteilig die Kosten für Tierfutter, Tierarztbehandlung und Medikamente.

Unsere Ausgabenbelastungen der letzten Jahre betrugen pro Jahr im Mittel 16.500 €, davon:

Futterkostem:  10.500 €

Tierarztkosten:  4.000 €

Medikamente:   2.000 €

Der Verein hat natürlich darüber hinaus weitere Ausgaben. Außer den Mitgliedsbeiträgen und Spenden (Patenschaften eingeschlossen) verfügt der Verein über keine weiteren Geldzuflüsse. Die Unterstützung durch die Daniel-Theysohn-Stiftung ist daher in Bezug auf die Tierschutzaufgaben des Vereins äußerst wichtig.

Wir bedanken uns bei dem Gründer Daniel Theysohn (†) und bei den heutigen Verantwortlichen der Stiftung im Namen der uns anvertrauten Tiere sehr herzlich!

Am heutigen Tag fand ein Gespräch unseres 1. Vorsitzenden mit Vertretern des Veterinäramts statt. In entspannter und freundlicher Atmosphäre stellte das Veterinäramt seine Forderungen zu einer gesetzeskonformen Nutztierhaltung vor.

Unser Verein trug glaubhaft vor, dass es ihm als Tierschutzverein selbstverständlich ausschließlich um den Tierschutz gehe und die gesetztlichen Normen für den Verein daher die Mindestanforderungen darstellen würden, die man in der Regel zu übertreffen gedenke.

Unser Vorsitzender wies darauf hin, dass man einen professionellen Neuanfang anstrebe, der allerdings Zeit zur Entwicklung brauche. Daher nehme man momentan auch keine weiteren Tiere mehr auf dem Lebenshof auf, sondern widme sich ausschließlich den bereits vorhandenen 34 Schafen und Ziegen, drei Rindern und einem Pony. Auch die Pflegestelle sei momentan nicht in Betrieb. Zunächst müsse die Infrastruktur verbessert und ein Betriebskonzept erstellt werden. In dem Betriebskonzept soll die Weiterentwicklung des Lebenshofs und der Pflegestelle hinsichtlich Infrastruktur, betrieblicher Abläufe und der Verantwortlichkeiten beschrieben werden. Die auf dem Lebenshof tätigen verantwortlichen Vereinsmitglieder haben die Sachkunde in der Pflege von Nutztieren nachzuweisen. Der Verein wird den Mitgliedern den Besuch solcher Kurse, die zur Sachkundeanerkenntnis führen, ermöglichen.

Es wurde ferner vereinbart, dass bei zukünftigen geplanten Veränderungen auf dem Lebenshof oder der Pflegestelle eine engmaschige Abstimmung mit dem Veterinäramt zum beiderseitigen Nutzen erfolgt.

Das Veterinäramt betonte ganz ausdrücklich, wie wichtig der Lebenshof, insbesondere aber die Pflegestelle für geschundene Nutztiere in der Bedeutung für die gesamte Region sei. Die Einrichtungen des Tierschutzvereins seien daher erhaltens- und unterstützenswert.

Beide Parteien trennten sich in gegenseitigem Einvernehmen und mit hoffnungsvollen Erwartungen für die nahe Zukunft.

Wir werden ganz sicher unser Bestes geben!

Uns fällt gerade ein großer Stein vom Herzen ...

Die stationären Weidezäune stehen wieder unter Spannung.

Jetzt können wir uns in aller Ruhe der Ausbesserung der Pfosten, Isolatoren und Bänder zuwenden.

Vielen vielen Dank Michael!

Gestern wurden uns 16 große Heuballen angeliefert. Damit können wir voraussichtlich die nächsten acht Wochen überbrücken. Ohne Ihre Spenden, wäre es uns nicht möglich gewesen, das Heu einzukaufen. Wir hätten alle Tiere notvermitteln und den Lebenshof schließen müssen. Damit wäre für die Region ein herber Verlust eingetreten, wie uns Verantwortliche inzwischen bekundet haben. Der Lebenshof für Nutztiere ist inzwischen zu einer Institution in Dahn und weit darüber hinaus geworden. Wir sind uns unserer Verantwortung daher sehr wohl bewusst.

Die nächste sehr dringliche Aufgabe ist die Wiederherstellung der Weidezäune, damit die Tiere sicher untergebracht, aber auch vor dem Eindringen fremder Tiere (z.B. Hunde) von außen geschützt sind.

Wir wollen Ihnen die jüngste Zuschrift aus Norddeutschland, datiert auf den 23.09.2016, nicht vorenthalten. Wir erhalten solche Zuschriften immer wieder. Sie zeigen, wie schwierig es in Deutschland ist, einen freien Platz auf einem Lebenshof für Großtiere zu finden - es ist im Grunde fast unmöglich.

Hier nun das vollständige Anschreiben, selbstverständlich anonymisiert:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Tiere sind mein Leben.
Seit mehr als 35 Jahren bin ich mit dem Hof ... verwachsen,
Als kleiner Bub habe ich die Kühe schon gemolken und versorgt. Die älteste Kuh ist 2002
geboren. Alle meine Tiere haben einen Namen und sie leben draußen auf der Weide und im Winter im Stall.
Als mein Chef verstorben ist, habe ich den Hof in seinem Sinne fortgeführt.
Eine Herzensangelegenheit ist es, einigen meiner älteren Tiere ein neues, artgerechtes
Zuhause zu suchen, um ihnen einen schönen und lohnenswerten Lebensabend zu ermöglichen.
Gerne freue ich mich über eine positive Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen"

Wir mussten wegen dringend notwendiger Umstrukturierungen auf unserem Gnadenof aber auch wegen momentaner finanzieller Engpässe leider absagen ...

Das macht uns sehr traurig!

Herr Dr. med. vet. Gerhard Uwe Graebenteich aus Dahn wird unseren Lebenshof ab sofort tierärztlich betreuen. Dazu haben wir vereinbart, dass alle auftretenden Krankheitszeichen bei den Tieren unverzüglich hinterfragt und ggf. unter Hinzuziehung des Tierarztes behandelt werden. Es besteht Einvernehmen darüber, dass es Versäumnisse in der Tierpflege nicht geben darf!

Dr. Graebenteich wird Gelegenheit haben, den Tierbestand in den nächsten Tagen zu inspizieren, da er einen Schafbock kastrieren muss.

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